Dini, 40

Leidet an einer generalisierten Angststörung und einer Depression



Hallo ich bin Dini, bin 40 Jahre alt was ich selbst kaum fassen kann und komme aus Solingen. Die Zeit läuft einfach viel zu schnell, und wenn ich die letzten 20 Jahre betrachte war ich viele Jahre davon sehr gefangen in mir. 

Ich war so sehr blockiert, habe nicht richtig gelebt und so ging die Zeit irgendwie an mir vorbei. Vielleicht weil ich kaum gelebt habe all die Jahre, habe ich deshalb ein Problem damit älter zu werden.

Ich war als Kind schon belastet, zwischen meinem 4. und 6. Lebensjahr ist so einiges in meinem Leben passiert womit ich nicht richtig klar kam. Ich war sehr sensibel und habe auch heute die Hypersensibilität diagnostiziert bekommen, zudem war ich als Kind schon ängstlich in verschiedenen Situationen. Erlebtes konnte ich nicht richtig verarbeiten und ich war auch nicht das Kind welches offen in Gespräche ging. Es zog sich durch meine Kindheit und Jugend. Bloß nicht auffallen, ich mochte mich nicht besonders, deshalb war die Schule für mich immer ein besonderer Druck. Und meine Sorgen, ja die habe ich immer mit mir getragen.





Irgendwann im Erwachsenenalter so mit knapp 20 Jahren hatte ich offensichtlich schon Probleme. Ich steckte aber so in meinem Beruf, dass ich alles um mich herum wegschob. Meine Ängste breiteten sich mittlerweile schon auf verschiedene Bereiche aus und in weiteren Jahren war ich mit vielem sehr schnell überfordert. Mein Beruf war körperlich und auch vom Kopf her sehr anstrengend und im Privaten lief vieles nicht so wie es sein sollte. Ich erlebte Verluste, die ich nicht richtig verarbeitet habe und ich wertete mich mehr und mehr ab.

Mir entglitt vieles, fühlte mich oft wie gelähmt und wollte manchmal einfach nur schreien oder weinen. Nur konnte ich eine lange Zeit nicht weinen, auch Nähe konnte ich nicht mehr ertragen. Irgendwann rutschte ich schleichend in die Isolation, meine Angstzustände wurden extremer und ich erlebte plötzlich Panikattacken. 




Ich distanzierte mich von meiner Familie und von Freunden, ich hatte so eine entsetzliche Angst jemand könnte hinter meine Fassade schauen, die aber nach und nach bröckelte. Ich stieß viele Menschen die mir lieb sind vor den Kopf, aber ich habe es einfach nicht geschafft zu sagen … Bitte helft mir, ich brauche dringend Hilfe. 

Meine Familie ahnte etwas, aber ich ließ niemanden wirklich an mich ran oder gab jemandem Einblick in die Ausmaße nach den Jahren. Ich bin in der Zeit sehr einsam geworden, denn auch meine lange Beziehung gab es da schon lange nicht mehr. Ich habe irgendwie alles alleine ertragen, sodass ich irgendwann jeden Lebensmut verlor. 
Dazu kamen Alpträume, wo ich nachher Angst hatte überhaupt einzuschlafen.

Ich gab zuletzt meine Arbeit auf, ich weiß eh nicht wie ich das all die Jahre geschafft habe in dem Zustand zu arbeiten. Vielleicht war meine Arbeit das, wo ich mich gebraucht fühlte, mein Ort wo es nicht um mich geht. Ich habe meine Arbeit sehr geliebt und vermisse es noch heute. 

Ich hatte dann irgendwann einen Punkt erreicht, ich bekam Angst vor mir selbst. 




Ich entwickelte Suizidgedanken und privat entglitt mir alles. Ich gab meinen Eltern Einblick, ich redete offen und nahm mir Hilfe. Diagnostiziert wurde eine generalisierte Angststörung, eine schwere Depression, die Hypersensibilität und darunter fiel noch anderes. Die Angst vor vielen Menschen, die soziale Isolation, Panikattacken. 

Mittlerweile bin ich seit 2014 in Behandlung, ich bin auf einem guten Weg auch wenn ich ihn schleichend gehe. Es ist okey! Ich lerne mit meinen Ängsten zu leben und auch die Depression zu händeln. Ich gehe mit meiner Geschichte an die Öffentlichkeit seit 6 Jahren, weil ich andere vor dieser Entwicklung bewahren mag und wenn ich einige erreiche, dann ist es schon viel wert. Deshalb schreibe ich immer wieder: Bitte lasst euch helfen, macht das nicht mit euch alleine aus.