René, 25

Hat jahrelang Mobbing erfahren

Ich bin René, 25 Jahre alt, ledig und habe so ziemlich alles, was man sich wünschen kann: einen guten und sicheren Job, eine schöne Wohnung und mittlerweile sogar einen traumhaften Freundeskreis. Und genau diesen hatte ich sehr lange nicht. Das war mir früher aber auch alles nicht bewusst.

Von Anfang an war Mobbing normal und Alltag für mich, zeitweise sogar von den damals eigenen Freunden. Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen waren dadurch quasi nicht vorhanden. Ein Gefühl der Einsamkeit und der sozialen Ausgrenzung existieren seitdem. Rückblickend wahrscheinlich die Geburt meiner Kopfkrawalle.




Eine lange Zeit habe ich mich damit abgefunden nicht „normal“ zu sein. Nicht dazuzugehören, weil ich eben „anders“ bin, nicht liebenswert, uninteressant und langweilig zu sein. Schlichtweg nervig, für alle anderen. Das waren zumindest die Botschaften, die immer bei mir ankamen. Einige Botschaften, die meine Kopfkrawalle ausmachen. Infolgedessen habe ich mich eher zurückgezogen, war schüchtern und bin dies auch heute noch.

Ich war eher viel am Computer, auch weil irgendwann das Mobbing den Fußballverein erreicht hat, der dann für mich auch Geschichte war. Und so ging das eine lange Zeit lang, sodass ich sozial einfach eine ganz lange Zeit nicht wirklich Fuß fassen konnte.

Ich bin nicht gerne allein. Nicht, weil ich nicht allein klarkommen würde, sondern viel mehr, weil dann diese Krawalle wieder da sind. In mir. In meinem Kopf. Die mir immer wieder diese Botschaften vor Augen führen.

Doch dann war irgendwann die Ausbildung zu Ende und ein kleiner Freundeskreis hatte sich durch die Azubis gebildet. Plötzlich waren da Menschen, die zu meinen Botschaften immer mehr positive Gegenbotschaften sendeten. Mit der Pandemie wurde dieser Freundeskreis immer enger und intensiver.

Schlussendlich werden meine Kopfkrawalle dadurch immer mehr erträglicher oder werden durch positive Gedanken ersetzt. Zusätzlich bekomme ich selbst so langsam eine gewisse Standortbestimmung, Sicherheit und Geborgenheit.

Es wird noch einige Zeit dauern mich selbst zu akzeptieren und Selbstbewusstsein aufzubauen, aber durch das Akzeptieren meiner Kopfkrawalle und der Unterstützung im Freundeskreis ist zumindest ein großer Schritt getan.